1.Könige 17,7-16

Es geschah aber nach einiger Zeit, daß der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Land. 8Da erging das Wort des Herrn an ihn folgendermaßen: 9Mache dich auf und geh nach Zarpat, das bei Zidon liegt, und bleibe dort; siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, daß sie dich mit Nahrung versorgt!
10Und er machte sich auf und ging nach Zarpat. Und als er an das Stadttor kam, siehe, da war eine Witwe dort, die Holz sammelte. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß, damit ich trinken kann! 11Als sie nun hinging, um es zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir doch auch einen Bissen Brot mit!
12Sie aber sprach: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe, ich habe ein paar Holzstücke gesammelt und gehe hin und will mir und meinem Sohn etwas zubereiten, damit wir es essen und danach sterben!
13Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie du gesagt hast; doch bereite mir davon zuerst einen kleinen Brotfladen und bring ihn mir heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach etwas machen. 14Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf soll nicht leer werden und das Öl im Krug nicht weniger werden bis zu dem Tag, da der Herr es auf den Erdboden regnen lassen wird!
15Und sie ging hin und machte es so, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch samt ihrem Haus viele Tage lang. 16Der Mehltopf wurde nicht leer, und das Öl im Krug wurde nicht weniger, nach dem Wort des Herrn, das er durch Elia geredet hatte.

Der Elia hat hier nicht unbedingt ne feine Art der Witwe entgegenzutreten. Er wirkt fordernd und egoistisch. Er hätte doch auch erst warten können bis die Frau für ihren Sohn und sich selbst etwas zu essen macht und dann erst selbst zugreifen können….aber vielleicht versteckt sich ja in der ganzen Situation ein Prinzip von Gott: Gib mir das Beste und alles was du hast und du bekommst so viel mehr zurück! Das erinnert mich ein bisschen an den Satz von Jesus: “Trachte zuerst nach dem Reich Gottes….”

Hmm….vielleicht ein bisschen zu tief interpretiert, was denkt ihr?

Die Städte Sodom und Gomorra sind sprichwörtlich der Inbegriff des Schlechten und der Sünde geworden. Nicht einmal zehn Gerechte wurden in diesen beiden Städten gefunden und so hat Gott diese Städte zerstört - mit Schwefel und Feuer vom Himmel (Nachzulesen in 1.Mose 18ff).

Was war eigentlich so schlimm an diesen Städten - oder genauer  - an den Menschen? In Hesekiel 16 geht Gott mit seinem Volk ins Gericht und in diesem Zusammenhang wird auch Sodom erwähnt und die Sünden Sodoms aufgezählt:

Siehe, das war die Sünde deiner Schwester Sodom:
Hochmut, Speise in Fülle und sorglose Ruhe wurde ihr und ihren Töchtern zuteil;
aber den Armen und Bedürftigen reichten sie nie die Hand,
sondern sie waren stolz und verübten Greuel vor mir; deswegen habe ich sie auch hinweggetan, als ich es sah.

Hochmut, Stolz, vor lauter Wohlstand nicht an die Menschen in Not denken - ist das so weit von Karlsruhe entfernt? Würde man einen Vergleich zwischen Sodom und Gomorra und unseren Städten in Deutschland anstellen - vielleicht würden wir nach Gottes Maßstab gar keinen so großen Unterschied finden! Interessant auch, dass hier von den Bedürftigen gesprochen wird! (Siehe dazu auch hier: http://dailymessageproject.wordpress.com/2008/05/25/arm/ )

Was ist mit meinem Stolz, mit dem ich mich über andere (meist Bedürftige…) erhebe? Was ist mit meiner “sorglosen Ruhe”, in der ich mich befinde und alle(s) um mich herum vergesse?

Das fordert mich raus, stellt mich in Frage - und ruft auf zur Umkehr. Ich hab da noch einiges zu lernen!

… Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist; denn er selbst hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!« 6So können wir nun zuversichtlich sagen: »Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.« Hebräer 13, 5-6

Ich habe schon seit Längerem ein Lesezeichen, auf dem dieser Vers steht. Er steht hier konkret in Zusammenhang mit einer Warnung vor Geldliebe, aber er stimmt auch allgemeiner.

In letzter Zeit habe ich oft dabei erwischt, dass ich gerne machne Dinge besser können würde, oft gerne anders in meiner Art und meinem Verhalten wäre oder allgemein etwas in meinem Leben ändern würde. Sprich: Ich bin mit mir - dem, wie ich bin und was ich habe - häufig unzufrieden.

Der Vers hat mir gezeigt, dass diese Unzufriedenheit meist schlicht und ergreifend Undankbarkeit ist. Wenn man sich nur kurz Zeit nimmt und nachdenkt, wie gut es einem eigentlich geht, dann haben wir zur Unzufriedenheit wenig Grund.

Auch die Unzufriedenheit mit sich selbst ist wenig förderlich. Natürlich muss an und in uns nicht alles so bleiben wie es ist und soll es auch gar nicht. Wir werden als Christen im Laufe unseres Lebens mit Jesus verändert. Aber Jeder hat seinen eigenen Charakter und seine Fähigkeiten von Gott wohl überlegt bekommen. Ich hab mich dann gefragt, warum ich mir das Recht herausnehme, mit etwas unzufrieden zu sein, was Gott so wollte. Ich muss und soll vielleicht gar nicht alles können, auch wenn ich das meine.

Auf meiner Gebetsliste steht auf jeden Fall ab jetzt “Zufriedenheit” als Wunsch für mein Leben drauf und ich glaube, dass das ein Punkt ist , bei dem es gut ist, wenn sich bei mir was verändert.

365 - 1.Samuel 25 u. 26

Juli 12, 2008

Ich habe heute das erste mal - nachdem Markus gestern das 365 - Projekt vorgestellt hat, angefangen danach zu lesen. Unter anderem war heute dabei der Text 1. Sam 25,23 - 26,12.
David scheint sich am Anfang des Kapitels an seine Vergangenheit als Hirte zu erinnern, und bittet Nabal & Co. (seine früheren Arbeitskollegen) um etwas zu Essen und zu Trinken. Nabel, der Tor will aber nichts abgeben. Soweit zur Story.
Was mich dann wirklich überraschte ist Davids Reaktion: Er zieht los, mit 400 Mann!, bewaffnet um Nabal & Co. das fürchten zu lehren, bzw. zu töten. Der selbe David, der im Kapitel davor und danach Saul, der ihm nach dem Leben trachtet und nicht nur Essen verneint, verschont. Damit hätte ich nicht gerechnet. In Kapitel 24 und 26 begründet er diese Schonung mit “nicht selbst Hand anlegen an den Gesalbten Gottes”. Er vertarut vollkommen dem HERRN.
Hier allerdings scheint Ihm das nicht bewusst zu sein, dass auch hier Gottvertauen angesagt ist. In einem vergleichsweise “kleinen Problem”. Doch er lässt sich ja dann doch noch davon abbringen….

Kommt mir alles aus meinem Leben bekannt vor. Man will/möchte/”kann” manche Dinge einfach nicht komplett dem Herrn überlassen. Oft übergebe ich Dinge dem Herrn im Gebet, und grüble dann doch selbst über das Problem nach und versuche alles zu lösen… Und was mir auch gerade auffällt, es sind oft kleine Dinge, die ich nicht dem Herrn überlasse. Bei großen Problemen ist mir bewusst, ich brauche Gott. Bei kleinen Dingen denke ich oft gar nicht dran.

Wie kennt Ihr das? Habt ihr auch Probleme damit?

PS: Das 365 gefällt mir gut, zumindest heute am ersten Tag:) Zwar doch recht viel Text, aber hammer gut wie das alles zusammen passt. Echt klasse gemacht!!!

Mein Leben

Juli 8, 2008

Psalm 86

Herr, vernimm mein Gebet und erhöre mich, denn ich brauche deine Hilfe.
Beschütze mich, denn ich bin dir treu.
Rette deinen Diener, der auf dich allein vertraut.
Du bist mein Gott.

Hab Erbarmen, Herr, denn ich rufe unablässig zu dir.
Schenke mir wieder Freude, Herr, denn mein Leben liegt in deiner Hand.
Herr, du bist so gut und immer bereit zu vergeben, voller Gnade für alle, die dich um Hilfe bitten.
Höre mein Gebet, Herr vernimm mein Flehen.
Zu dir will ich kommen, wann immer mich die Sorgen überwältigen, und du wirst mich erhören.

Herr, kein anderer Gott ist dir gleich und niemand kann tun, was du tust.
Herr, alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und dich anbeten und deinen Namen preisen.
Denn du bist groß und tust Wunder. Du allein bist Gott.

Herr, zeige mir den richtigen Weg, damit ich nach deiner Wahrheit lebe!
Gib mir das Verlangen ins Herz, dich zu ehren.
Von ganzem Herzen, will ich dich preisen, Herr, mein Gott.
Ich will deinen Namen stets verherrlichen, denn deine Liebe zu mir ist groß.
Du hast mich vom sicheren Tod gerettet.

Gott, unverschämte Menschen greifen mich an, grausame Menschen wollen mich töten.
Vor dir haben sie keine Ehrfurcht.
Doch du, Herr, bist ein gnädiger und barmherziger Gott mit viel Geduld und voll Gnade und Wahrheit.
Wende dich zu mir und erbarme dich.
Gib deinem Diener Kraft, ja rette mich, denn dir diene ich.
Herr, gib mir ein Zeichen deiner Güte.
Dann werden sich alle, die mich hassen, schämen, weil du mir hilfst und mich tröstest.

Ich hab den Psalm im Urlaub gelesen und war total überwältigt.
Zum Einen weil es der komplette Rundumschlag dessen ist, was mich beschäftigt und zum anderen weil Gott mir so viele Zusagen darin gibt.

Es beschäftigt mich oft, dass ich Gott oft nicht treu bin. Es gibt so viele andere Dinge und Personen, die ich mehr schätze und oft an höhere Punkte in meinem Leben stellen.
Am Anfang des Psalms schreibt David: “Beschütze mich, denn ich bin dir treu.”
Ich dachte, das finde ich großartig wenn einer das so sagen kann, dass er wirklich treu ist, mir geht es leider nicht so.
Später jedoch kommt raus, dass David mit ähnlichen Dingen zu hadern hat wie ich.
Für mich war das einfach mutmachend zu sehen, dass Gott mich als seinen Diener und Jünger sieht auch wenn nicht alle Punkte in meinem Leben super sind.

Zum anderen waren da eben viele Dinge, die ich mir wünsche und es war gut, das so schwarz auf weiß zu lesen, dass ich damit nicht allein bin.

4: Schenke mir wieder Freude, Herr.
11: Herr, zeige mir den richtigen Weg, damit ich nach deiner Wahrheit lebe.
Gib mir das Verlangen ins Herz, dich zu ehren!

Und zuletzt schreibt David am Schluss darüber, dass andere ihn unverschämt angreifen.
Bei David ging es da wahrscheinlich um andere Dinge als das, was ich auf Station oft erlebe. Es macht mir echt Not richtig mit unverschämten Leuten umzugehen, die mir Vorwürfe an den Kopf werfen und kein gutes Haar an mir/unserem Team lassen.
Wie oft muss ich da beten, dass Gott mich ruhig macht. Dass es nicht darum geht, dass ich denen mal genauso die Meinung sage um Gerechtigkeit zu erfahren.
Und hier bei David wird deutlich, Gott weiß genau um diese Situationen und um meine Gefühle damit.
David weiß, wie Gott ihm helfen wird indem er schreibt: “Gib deinem Diener Kraft (…)” und “Dann werden sich alle, die mich hassen, schämen, weil du mir hilfst und mich tröstest.”
Ich denke, die Leute werden meinen Trost in Gott nicht so direkt erfahren wie ich es mir in der Siuation vielleicht wünsche aber es geht darum, dass ich wirklich Trost in Gott finden kann und dass er allem Gerechtigkeit widerfahren lässt.

Es ist auf jeden Fall ein Psalm, der unheimlich mein Leben widerspiegelt und den ich mir öfter durchlesen will.

Gottesfurcht!

Juli 7, 2008

Psalm 103, 11.13.17+18
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so groß ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten;
[..]
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, welche ihn fürchten;
[..]
Aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern bei denen, die seinen Bund bewahren und an seine Gebote gedenken, um sie zu tun.

Ich hab den Psalm schon oft gelesen und meistens fällt mir auf, wie groß Gottes Gnade mir gegenüber ist. So weit wie der Himmel von der Erde entfernt ist, so groß ist Gottes Gnade! Meine Schuld hat er vergeben und jetzt ist die so weit weg von mir wie der Osten vom Westen (V.12) D.h. sie kann nie wieder zu mir zurück - so wenig wie der Osten auf den Westen treffen kann! In Vers 13 wird beschrieben, dass Gott sich über mich erbarmt wie ein Vater über seine Kinder…usw. David läd ein über Gottes unwahrscheinliche Gnade zu staunen und er macht deutlich, dass Gottes Handeln sich nicht danach richtet, was wir für Gott geleistet hätten, sondern es ist schlicht Gnade - unverdient eben. In Vers 10 schreibt er:

Er hat nicht mit uns gehandelt nach unseren Sünden und uns nicht vergolten nach unseren Missetaten.

 Doch obwohl Gottes Gnade nicht verdient werden kann, macht David deutlich, dass Gott sie nicht jedem gewährt! Das klingt ungewohnt, aber die Verse 11,13 und 17 reden davon, Gott zu fürchten. Mir fiel auf, dass ich bei all dem Staunen über Gottes Gnade und darüber, dass er mich zu seinem Kind macht irgendwie vergessen habe, wer Gott ist! Denn allzu leicht wird aus dem gnädigen und heiligen Gott ein gutmütiger Opa, der auch mal fünf gerade sein lässt. Dann ist mal zu sündigen zwar schlimm…aber mehr auf eine “formale” Art…hat Jesus ja eh für bezahlt und so. Dabei ist Gott nach wie vor der Heilige, der nicht mit sich spielen lässt.

Die Frage ist dabei, was es heißt, Gott zu fürchten. Denn eins ist klar, es hat nichts mit Angst zu tun, sondern viel mehr mit Respekt und mit Gehorsam - gerade weil Gott unsere Schuld vergibt und uns nicht behandelt wie wir es verdient hätten, hat er es mehr als verdient, respektiert und ernst genommen zu werden.

Als der Prophet Samuel sein Richteramt niederlegt, hat er ein paar letzte Worte an das Volk und macht ihnen deutlich, wie oft sie Gott untreu waren und ihn eben nicht ernst genommen haben. Er verweist das Volk auf das Handeln Gottes und begründet damit, dass sie Gott fürchten und ihm dienen sollen:

1.Samuel 12, 24
So fürchtet nun den HERRN und dient ihm in Wahrheit, mit eurem ganzen Herzen; denn seht, wie mächtig er sich an euch erwiesen hat!

Amazing grace

Juni 27, 2008

Apostelgeschichte 7, 51 - 58: “Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren,1 ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. 52 Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid. 53 Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt’s nicht gehalten.

Der Tod des Stephanus
54 Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. 55 Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes 56 und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. 57 Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, 58 stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.”

Am Dienstag im ac haben wir Apostelgeschichte 7 gelesen. Ich hab den Text schon oft gelesen, aber diesmal ist mir die Reaktion des Hohen Rates besonders aufgefallen. In Vers 57 heisst es:”Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu.” Damit konnte ich bisher nichts anfangen, weil ich diese Reaktion einfach nicht verstanden habe. Beim Lesen und drüber reden am Dienstag ist mir dann der Gedanke gekommen, dass es mit uns vielleicht manchmal ähnlich ist. Die Leute im hohen Rat waren bestimmt auf der einen Seite empört darüber, dass der Stephanus sie als Halsstarrige, Mörder und Verräter bezeichnet hat. Aber wären sie davon überzeugt gewesen, dass sie im Recht sind und dass Stephanus eigentlich nur “Müll labert” hätten sie sich nicht die Ohren zuhalten und laut schreien müssen, damit sie nicht mehr hören können was er sagt. Mit den eigenen Fehlern konfrontiert zu werden, kann unglaublich schmerzhaft sein. Wenn uns unsere Verdorbenheit vor Augen geführt wird, dann möchten wir manchmal auch am liebsten laut schreien und uns die Ohren zuhalten. Einfach um der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen und um diesen Schmerz nicht ertragen zu müssen.

Mit seinem Crashkurs in israelischer Geschichte (ab Vers 1-50) hat Stephanus den Leuten im hohen Rat ganz deutlich gemacht, wie sie genau wie ihre Vorfahren immer die Leute getötet und verfolgt haben, die Gott ihnen geschickt hat, um sie zu retten, zu warnen oder was auch immer. Genau so hatten die Leute im hohen Rat Jesus verfolgt und umgebracht. Jesus den Gott ihnen zur Rettung geschickt hatte. Ich kann mir gut vorstellen wie es sein muss als religiöse Elite des auserwählten Gottesvolkes in einem Gremium zu sitzen und erkennen zu müssen, dass man das Blut dessen an den Händen hat, den Gott geschickt hat, um genau dieses auserwählte Volk zu retten. Diese Erkenntnis muss unglaublich bitter sein und nur durch äußerste Kraftanstrengung und in der Form von Gewalt und Hass lässt sich dieser innere Schmerzensschrei übertönen.

Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, 58 stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.”

Ich wünsch mir, dass ich es schaff den Schmerz über die Erkenntnis meiner eigenen Verdorbenheit zu zulassen. Es tut unglaublich weh, aber es ist auch ein Prozess, der mich reinigt und der mir hilft näher an Gott ranzukommen. Jesus` Tod am Kreuz wird hier für mich ganz deutlich und greifbar. Genau in diesem Moment der bittersten Verzweiflung über mich selbst kann ich meinen Dreck Jesus bringen und er nimmt ihn weg. Und da ist nichts mehr was ich in irgendeiner Form tun könnte, um vor Gott besser da zu stehen. Meine ganze Hoffnung ist dann bei Gott, dass er mir meine Schuld wegnimmt und mich von meiner Verdorbenheit befreit. Das ist für mich Gnade…

Depri-Daniel

Juni 5, 2008

Jak 4, 7-10:

Ordnet euch also Gott unter, aber widersetzt euch dem Teufel und er wird von euch fliehen. Nähert euch Gott und er wird sich euch nähern. Reinigt die Hände, ihr Sünder, heiligt die Herzen, ihr mit geteiltem Herz. Klagt, trauert und weint. Euer Lachen soll sich in Trauer verwandeln und die Freude in Niedergeschlagenheit. Macht euch klein vor dem Herrn und er wird euch erhöhen.

Ich musste an diese Stelle denken, als am Dienstag Daniel das Thema war mit seinem Gebet in Kap. 9.
Er hat genau das getan, wozu hier aufgefordert wird:

- Er hat sich Gott genähert (das Gebet selbst)
- Er hat seine Hände gereinigt und sein Herz geheiligt. Nicht aus eigener Kraft, aber indem er die Fehler von ihm und seinem Volk zugegeben hat und sein Herz ganz und gar auf Gott gerichtet hat.
- Und dass er geklagt, getrauert und sich total Gott untergeordnet hat, ist ja nicht zu übersehen

Manchmal, wenn in meinem Leben grad alles ganz nett läuft und ich glaube, mich einigermaßen an das zu halten, was Gott will, werde ich selbstsicher.
Ich vergesse dann, dass erstens mein Status als Kind Gottes und zweitens die Veränderung in meinem Leben, nicht von mir kommt, sondern Gottes Geschenk ist.
Was der Daniel gemacht hat, find ich echt cool, nämlich dass er sich vor Gott klein gemacht hat, obwohl er sich sonst einigermaßen an Gott gehalten hat (war doch n echtes Vorbild, der Typ)
Diese Jakobusstelle wurde mir deswegen in diesem Kontext wichtig.
Ist echt gut, sich bewusst Gott unterzuordnen, besonders wenn gerade alles ganz gut läuft. Das bewahrt davor, sich auf sich selbst zu verlassen.

Ich würde aber nicht sagen, dass man immer mit nem depressiven Gesicht rumlaufen soll. Wir haben schließlich Grund zur Freude, weil wir kostenlos gerettet sind (”freut euch ständig im Herrn” Ph 4,4).
Das Entscheidende ist, aus welchem GRUND man sich freut bzw. niedergeschlagen ist.

Echter Glaube

Mai 29, 2008

Jakobus 2,26
Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne
die Werke tot.

Was meint Jakobus hier, wenn er von “Werken” spricht? Wenn ich mir den Zusammenhang durchlese, dann glaube ich nicht, dass es darum geht, einfach “Gutes” zu tun und nicht zu lügen usw….die klassischen “Guten Werke” eben. Ich denke, er will hier beschreiben, was ein echter Glaube bedeutet. Dazu ein Beispiel:
Wenn ich im 3.Stock eines brennenden Hauses stehe und unten die Feuerwehrleute mit einem Sprungtuch, dann wird sichtbar, ob mein Glaube, dass sowas funktioniert nur theoretisch ist oder wirklich echt. Erst wenn ich springe (und das ist ein “Werk” im Sinne von Jakobus) dann beweise ich meinen Glauben. Es wäre Quatsch zu sagen, ich würde an das Sprungtuch glauben - aber im besten Willen nicht springen wollen.
Aber tatsächlich können wir als Christen viel über unseren “Glauben” reden - aber wir handeln doch oft ganz anders.
Glaube ich wirklich, dass Gebet etwas verändert in der Welt - warum tu ich es nicht?
Glaube ich wirklich, dass Gott real ist, warum ist mir dass dann vor anderen peinlich?
Glaube ich wirklich, dass Gott mir vergibt und mich liebt - wieso versuche ich dann durch gute Werke ihm was zu beweisen?
Glaube ich wirklich, dass jeder Mensch Gott braucht - wieso teile ich meinen Glauben dann nicht anderen mit?

Echter Glaube hat Konsequenzen und darum gehts. Die sind spürbar - vielleicht nicht direkt für andere, aber ganz sicher für mich. Wenn meine Glaube überhaupt keine Auswirkungen hat in meinem Leben - dann ist er tot. Machen wir uns nix vor!

Arm

Mai 25, 2008

Jakobus 2, 6-8
Hört, meine geliebten Brüder:
Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, daß sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
Ihr aber habt den Armen verachtet! Sind es nicht die Reichen, die euch unterdrücken, und ziehen nicht sie euch vor Gericht? Lästern sie nicht den guten Namen, der über euch ausgerufen worden ist?
Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«, so handelt ihr recht;

Nur ein kurzer Gedanke zum Thema “Arme”…normalerweise lese ich immer ziemlich schnell über diesen Abschnitt hinweg, schließlich verachte ich die Armen ja nicht! Aber neulich hab ich gelesen, dass wir hier in Deutschland zu den reichsten 10% der Erde gehören (Ich glaube, die Zahl war noch krasser…aber weiß es nicht mehr genau…) - und das stimmt doch irgendwie nachdenklich. Denn wenn ich zu den Reichen gehöre, dann frage ich mich, ob ich nicht auch Verantwortung für die restlichen 90% habe. Ist Ignoranz keine Form von Verachtung? Fürchte schon…