jump to navigation

Am Verhungern Dezember 20, 2008

Posted by otis in Lukas, NT.
Tags: , ,
trackback

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt  und 40 Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen; und zuletzt, als sie zu Ende waren, war er hungrig.  Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, daß er Brot werde!  Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort Gottes«.
Da führte der Teufel ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick.  Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.  Wenn du nun vor mir anbetest, so soll alles dir gehören!  Und Jesus antwortete ihm und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen«.
Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich von hier hinab;  denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, daß sie dich behüten,  und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!«
Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.

Meine Sicht auf diesen Text war längere Zeit ungefär so: Jesus war ja Gottes Sohn. Kein Wunder, dass Er standhaft geblieben ist. Jesus schmettert dem Teufel ein paar Bibelworte entgegen und Satan muss abzischen.

Jetzt ist mir erst bewusst geworden, dass diese Veruchungen keine Lapalien für Jesus waren. Wenn es so gewesen wäre, dann hätte man nicht später schreiben können, dass Er in allem uns gleich geworden ist – auch was Versuchungen angeht (Heb 2,18). Man muss sich das vorstellen: Jesus hat großen Hunger. Die ganze Zeit hat Er nichts gegessen. Was ist also näherliegend, als Seine Kraft dafür einzusetzen, aus Steinen Brot zu machen? Der Teufel kennt unsere Situation genau und hat für jeden ein maßgeschneidertes Versuchungsprogramm. Auch für Jesus.  Es ist kein strahlender Held, der  5. Mose 8,3 aus dem Ärmel schüttelt und Satan damit zeigt, dass er keine Chance hat. Ich sehe hier einen ausgehungerte Mann, der sich kaum auf den Beinen halten kann. Ihm wird eine so einfache Lösung angeboten, die zwar gegen Gottes Willen sein würde – aber gleichzeitig auch das Ende des Hungers.  Höchstwahrscheinlich wird Er die Worte nicht wohlbetont und salbungsvoll, sondern leise und müde gesagt haben. Vielleicht hat Er sie auch vor Verzweiflung herausgeschrieen.

Jesus kann “ denen helfen, die versucht werden“ (Heb 2,18), weil  Er sehr wohl weiß, was Versuchungen sind. Er versteht uns ohne große Erklärungen, weil Er selbst in extremeren Situationen war.

Kommentare»

1. donutmeica - Dezember 22, 2008

Thx Otis! Das ist wirklich eine sehr erfrischende und vor allem ermutigende Sicht auf Jesus. Ich glaube da könnten wir noch einiges von gebrauchen.